Erbbaurechte & Erbbaugrundstücke

Erbbaurechte & Erbbaugrundstücke

Situation heute

In den nächsten Jahren laufen zahlreiche Erbbaurechte aus, rechtlich ausgedrückt: Sie erlöschen duch Zeitablauf. Damit stellt sich Erbbauberechtigten die Frage, ob sie das Grundstück erwerben möchten oder ob sie möchten, dass das Gebäude gegen eine Entschädigung (in welcher Höhe?) in das Eigentum des Grundstückseigentümers übergeht.

Grundsätzliches zum Erbbaurecht

Beim Erbbaurecht erfolgt eine rechtliche Trennung zwischen dem Eigentum am Grundstück und dem Eigentum an den darauf stehenden Gebäuden. Der Erbbauberechtigte ist ausschließlich Eigentümer der aufstehenden Gebäude und bezahlt dem Grundstückeigentümer einen Zins von erfahrungsgemäß 4-6 % (je nach individueller Vereinbarung) für die Nutzung des Grundstücks. In einem Erbbaurechtsvertrag wird vereinbart, wer nach dem Erlöschen des Erbbaurechts Eigentümer der Gebäude ist und welche Entschädigung dafür gegebenenfalls zu entrichten ist.

Die Idee des Erbaurechts stammt aus Zeiten sehr hoher Kapitalmarktzinsen (10 % und mehr), in denen es für Bauherren attraktiv war, eine Gebäude zu errichten, ohne auch noch das Grundstück finanzieren zu müssen. Auf der Gegenseite gab und gibt es viele Grundstückseigentümer, wie beispielsweise Kirchen oder Gemeinden / Kommunen, die über Grundbesitz verfügten, ohne die Absicht zu haben, darauf zu bauen. Für diese Eigentümer waren Erbbaurechte eine Möglichkeit, Erträge aus ihrem Grundbesitz zu generieren.

Heute – zu Zeiten sehr geringer Kapitalmarktzinsen weit unter 4-6 % – macht das Erbbaurecht oder dessen Verlängerung für Erbbauberechtigte wirtschaftlich keinen Sinn mehr. Sinnvoller ist es, das Grundstück zu erwerben und es ggf. zu Kapitalmarktzinsen weit unter dem Erbbauzinssatz zu finanzieren.